Schaut man sich die bestehenden Cases der Industrie an, fällt auf, dass sich viele der Umsetzungen als Prototypen testweise in die bestehenden Märkte und Strategien integrieren. Viele umgesetzte Augmented Reality Projekte wirken daher noch stark eindimensional und beschnitten in ihren Interaktionsformen. Wie können also Agenturen sich die neuen Technologien in der Markenkommunikation zu eigen machen und die Kundeninteraktion fördern?

 

Das Verflechten der Kanäle

Nehmen wir die Customer Journey bei einer Augmented Mirror Installation im Handel als Beispiel wird schnell klar: Sie beginnt und endet zeitversetzt am gleichen Ort. Die Installationen ähneln einem linearen Medienformat, gleich einem Videoclip. Ist der Kunde doch eigentlich von den vielen Möglichkeiten und Abzweigungen des E-Commerce verwöhnt, kann er hier lediglich zwischen ausgewählten Produkten wählen. (www.eonreality.com) Die Interaktion beschränkt sich auf eine reaktive Diashow und bindet keinerlei anderer Kanäle ein oder hat wirklichen Mehrwert was das explorative Entdecken des Produktes betrifft.Anders verhält es sich bei den Augmented Reality-Apps und Head Mounted Displays. Hier ist die Interaktion variabler und wird sich auch noch in Zukunft mehr und mehr mit den bestehenden Kanälen verflechten.

 

Explorative Navigation durch dreidimensionale Inhalte

Doch was heißt das für die Interaktionsformen? Viele der Navigationsformen folgen noch den gleichen Ansätzen wie von einer Website gelernt. Informationshierarchien sind ähnlich aufgebaut und die Navigation folgt den gleichen Regeln wie einer Menüstruktur oder einem Link auf einer Homepage. Die Navigation durch dreidimensionale Inhalte muss sich im dreidimensionalen Raum verteilen. Der Benutzer nähert sich explorativ einem Produkt, um dieses dreidimensional zu erleben. Zweidimensionale Steuermöglichkeiten können diesen immersiven Moment unterbrechen. Die Interaktion mit dem Objekt im realen Raum führt dazu, dass das klassische Graphical-User-Interface in den Hintergrund tritt und die Gestensteuerung und Conversational-Interfaces immer wichtiger werden. Informationen werden über den Abstand zum Benutzer geordnet und fördern somit das immersive Erleben, da diese Strukturierung von Informationen der Realität am nächsten kommt. Ähnlich den Infografiken am Bahnhof: Ist es groß und nah betrifft es meine direkte Umgebung, ist es klein und fern bezieht es sich auf einen anderen Ort oder Kontext.