Durch neue Interaktionsformen in der Augmented und Virtual Reality rückt das klassische Graphical-User-Interface immer weiter in den Hintergrund. Für die kugelförmigen Interaktionsflächen in der Virtual Reality und die überlagernden Flächen der Augmented Reality sind neue Gestaltungsprinzipien gefragt. Wie lässt sich also maximale Lesbarkeit für den Benutzer mit der Coroprate Identity des Kunden vereinbaren?

 

Gewohnheiten erkennen

Aus vielen Lesbarkeitsstudien, die man findet, geht hervor, dass Lesbarkeit vor allem eines ist: Gewohnheit. Doch wie den Faktor der Gewohnheit bei den eigenen Prototypen berücksichtigen, wenn die meisten Testpersonen außerhalb des Büros noch nie eine Augmented oder Virtual Reality Anwendung vor den Augen gehabt haben? Der Umgang mit den Anwendungen ist ungewohnt und ungelernt. Die Faszination der Technik überlagert in vielen Erfahrungen noch die wirkliche Auseinandersetzung mit Inhalten. Um sich neuen Gestaltungsregeln zum Thema Schrift im Kontext der Augmented und Virtual Reality also anzunähern, muss es vorgelagert darum gehen, bestehende Regeln aus älteren Medien zu analysieren und Charakteristika zu vergleichen. Seit dem Theater und Kino gibt es Möglichkeiten, wie man die Aufmerksamkeit des Betrachters lenkt und auch Magazine und andere Printmedien folgen erprobten Regeln. Welche dieser Gestaltungsprinzipien lassen sich auf virtuelle 360° Welten übertragen?

 

Neue Faktoren erkennen

Sich mit der Schriftgestaltung in Augmented und Virtual Reality Anwendungen zu beschäftigen, bedeutet eine Vielzahl von neuen Faktoren zu berücksichtigen. Außerdem rückt durch die Anwendung und Wissensvermittlung in einer interaktiven Anwendung verstärkt die Situation des Lesers in den Mittelpunkt der Bewertung. Helligkeit der Umgebung, die Dauer und der Winkel der Betrachtung, Schärfe, Distanz und Geschwindigkeit sind Faktoren, die in einer digitalen Umgebung neu verhandelt werden müssen. Will man sich der Leserlichkeit und Lesbarkeit von Schrift in Augmented und Virtual Reality Systemen nähern, so stößt man vor allem auf Fragestellungen der Lesbarkeit aus der Sicht von Typografen, Psychologen und auch Augenärzten.

 

Leserlichkeit & Lesbarkeit

Leserlichkeit beschreibt die Unterscheidbarkeit von Buchstaben und geht damit der Lesbarkeit voraus. Hier stehen also besondere Merkmale von einzelnen Buchstaben im Vordergrund. Strichenden und horizontale Teile der Buchstaben werden beim Lesen besonders in den Fokus genommen. Lesbarkeit bezieht sich im Unterschied dazu auf den Lesefluss. Können wir einen Roman in einem durchlesen oder über einen Zeitraum hinweg eine Zeitung, dann ist diese für uns lesbar.